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10. Juni 2010: USK will Selbstklassifizierung von Online-Games durchführen, Living Games Festival mit Kulturpreis, neue Killerspiele-Studie sieht keine negativen Auswirkungen

Redaktion   //   Juni 10, 2010   //   0 Kommentare

USK: Selbstklassifizierung für alle Online-Games

Nach der Verabschiedung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV) hat die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) jetzt ein Pilotprojekt zur Selbstklassifizierung für Computerspiele bekannt gegeben. Sobald der neue Vertrag in Kraft tritt, ist die USK auch für die Bewertung aller Online-Games zuständig, die auf einem Datenträger vertrieben werden. Der JMStV ermöglicht aber zudem die Selbstklassifizierung von Online-Games, die nur digital vertrieben werden. Beide Fälle soll das neue System abdecken.

Das neue Verfahren zur Altersklassifizierung orientiert sich am europäischen PEGI-System: Das freiwillige Jugendschutzsystem von der Industrie und verschiedenen Jugendschutzorganisationen muss für Deutschland allerdings angepasst werden, um gesetzeskonform zu sein. Zu diesem Zweck arbeitet die USK mit den Obersten Landesjugendbehörden zusammen. Das Pilotprojekt soll im Spätsommer abgeschlossen sein. Ob sich das Verfahren wirklich durchsetzt, bleibt abzuwarten: Auch andere Jugendschutzorganisationen haben bereits angekündigt, ein System entwickeln zu wollen.

Quelle: USKGamesMarkt

Living Games Festival mit neuem Kulturpreis

Zum dritten Mal findet das Living Games Festival in Bochum statt, erstmals werden in diesem Jahr auch Preise verliehen: Der „Living Games Festival Award“ (LiGA) soll kulturell bedeutende, künstlerisch wertvolle und erzählerisch gute Spiele auszeichnen und wird in Gold, Silber und Bronze vergeben. Anders als beim Deutschen Computerspielpreis sollen Herkunftsland, Alterskennzeichnung oder wirtschaftlicher Erfolg keinen Einfluss auf die Vergabeentscheidung haben. Die Jury aus Journalisten wird in einer Podiumsdiskussion die zehn Nominierten vorstellen und die Auswahlkriterien begründen. Dabei soll auch die Meinung des Publikums in die Diskussion einfließen. Danach entscheidet die Jury im stillen Kämmerlein über die drei Sieger.

Der Sieger des "Living Games Festival Newcomer Award 2010" ist automatisch auch für die Wahl zum Gamesload Newcomer Award  nominiert, der im Rahmen des Deutschen Entwicklerpreises verliehen und mit bis zu 5.000 € prämiert wird. Über den talentiertesten Nachwuchs entscheidet das Publikum des Festivals. Alle nominierten Titel können die Besucher vom 10. bis 13. Juni vor Ort testen, die Preisverleihung findet am 12. Juni statt. 

Quelle: Living Games FestivalGamesMarkt

Studie: Killerspiele erzeugen kein aggressives Verhalten

Neue Argumente für die Killerspiel-Debatte? Eine amerikanische Studie zeigt, dass der Konsum von Gewaltspielen keine negativen Auswirkungen auf das Verhalten der Spieler hat. Nur wer bereits unter bestimmten psychischen Störungen leidet, kann durch „Counterstrike“ & Co. aggressiver werden. Bei den meisten Menschen lässt sich aber kein Zusammenhang zwischen Killerspielen und aggressivem Verhalten bis hin zum Amoklauf feststellen. 

Die Psychologen Patrick M. Markey (Villanova University) und Charlotte N. Markey (Rutgers University) weisen darauf hin, dass die meisten Amokläufer schon vorher verhaltensauffällig waren. Die Wissenschaftler haben unter anderem ältere und teils noch unveröffentlichte Studien herangezogen, um zu ihren Ergebnissen zu kommen: Es wurde etwa untersucht, wie 118 Teilnehmer auf „Manhunt 2“ und eine Golfsimulation reagieren. Ganz unabhängig vom Spiel waren die Personen besonders aggressiv, die bei einem vorher durchgeführten Persönlichkeitstest bereits aufgefallen sind. Spiele entwickeln also kein aggressives und gewalttätiges Verhalten, sondern können maximal bereits vorhandene Störungen fördern. 

Quellen: Gamasutra, MCV, Golem

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