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14. Mai 2010: Radon Labs ist insolvent, US-Videospielmarkt schrumpft weiter, UK-Entwickler sichert sich Millionen-Investment

Redaktion   //   Mai 14, 2010   //   1 Kommentar

Radon Labs meldet Insolvenz an

Ein Schock für die deutsche Entwicklerlandschaft: Das Berliner Studio Radon Labs („Das Schwarze Auge: Drakensang“) musste am 12. Mai beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz anmelden. Viele der rund 100 Mitarbeiter wurden bereits freigestellt, die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss.

Wegen der schwachen Auftragslage wurde bei Radon Labs bereits seit längerem auf Kurzarbeit umgestellt. Unerwartet stellte nun Publisher dtp Entertainment die Produktion von „Drakensang 3“ ein – der Genickbruch für das Berliner Studio. Geschäftsführer André Blechschmidt sieht die Situation aber nicht völlig Hoffnungslos: Man befinde sich bereits in Gesprächen mit potenziellen Investoren, um das Studio zu retten. 

Quelle: GamesMarkt

US-Videospielmarkt schrumpft um 26%

Auch über den großen Teich schwappten heute keine erfreulichen Neuigkeiten: Im April 2010 ist der Umsatz im amerikanischen Videospielmarkt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26% zurückgegangen. Am Ende steht mit $766,2 Mio. ein enttäuschendes Ergebnis und ein weiterer Indikator, dass sich der Gamesmarkt zunehmend in den Online- und Free-To-Play-Bereich verschiebt.

Entsprechend sank der Umsatz mit Spielesoftware im April um 22% auf $398,5 Mio. – trotz der erfolgreichen Veröffentlichung von „Tom Clancy's Splinter Cell Conviction“ für Xbox 360, das alleine knapp 500.000 Mal über die Ladentische wanderte. Preissenkungen bei den Konsolen und ein erdrutschartiger Einbruch bei den DS- und PSP-Verkäufen sorgten für einen besonders starken Rückgang beim Hardware-Umsatz: Mit $249,3 wurde der bereits schwache Vorjahresumsatz um 37% unterboten. Der einzige Lichtblick: Sowohl PlayStation 3, als auch Xbox 360 konnten deutlich zulegen, zudem stehen dem Videospielmarkt in diesem Jahr mit Natal, Move und dem Nintendo 3DS noch spannende Neuerscheinungen ins Haus.

Quellen: GamasutraHeiseGamesMarkt

UK-Entwickler Eutechnyx sichert sich Millionen-Investment

Der britische Indie-Entwickler und Rennspiel-Experte Eutechnyx („Supercar Challenge“) darf sich über einen Geldsegen freuen: £6 Mio. spült das Amsterdamer Venture-Capital-Unternehmen Prime Technology Ventures in die Kassen des Studios. Mit der Finanzspritze will der UK-Indie die Entwicklung des aktuellen Rennspiel-Projekts abschließen. Zudem soll gleichzeitig eine eigene Free-to-Play-Infrastruktur aufgebaut, um auf dem Markt der Online-Casual-Games Fuß zu fassen.

Quelle: Edge

Kommentare

Florian Fricke   //   Mai 17, 2010

Echt schade das mit Radon Labs zu lesen. Dabei hatte ich mich erst bei der letzten Talentbörse bei ihnen beworben... Hoffentlich folgen nicht noch mehr Entwickler.

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