Wochenschau

21. Dezember 2012 - Wochenrückblick: THQ insolvent und praktisch schon verkauft; Black Isle startet Crowdfunding; InnoGames stockt Personal deutlich auf; Ärger um Steam-Launch von The War Z; GODUS erfolgreich gefundet

Sebastian Klix   //   Dezember 21, 2012   //   0 Kommentare

Auch wir gehen es die Tage vor dem offiziellen Weltuntergang etwas langsamer an und lassen daher die Woche Revue passieren. Klares Top-Thema, obwohl es letztlich nicht wirklich so überraschend kam, war die offizielle Insolvenz von THQ. Bereits seit Oktober führte das Unternehmen entsprechende Verhandlungen, nun will die Investmentgruppe Clearlake Capital 60 Millionen Dollar für praktisch alle THQ-Assets auf den Tisch legen. 10 Millionen davon sollen zur Schuldentilgung dienen, wobei THQ derzeit aber mit gut 100 Millionen in der Kreide steht. Allerdings fungiert Clearlake lediglich als Strohmann für einen (noch) nicht näher bekannten Investor.

Laut amerikanischem Recht haben allerdings andere Interessenten noch 30 Tage Zeit, ebenfalls für die »Einzelteile« von THQ zu bieten, Gerüchten zufolge soll auch zumindest Ubisoft darunter sein. Die Franzosen bestätigten bereits vor einigen Tagen, dass man Interesse an einigen THQ-Marken habe.

THQ-President Jason Rubin gab zu der Situation ein Statement ab, in dem er verlauten ließ, dass der freiwillige Gang in die Insolvenz nicht das Aus sondern bewusst ein Neuanfang für das Unternehmen bedeuten soll. So muss sich der Investor etwa nicht mit einem Großteil der Defizite von THQ herum schlagen, wie es bei einer normalen Übernahme der Fall wäre. Entsprechend soll der Betrieb bei THQ auf weiteres völlig normal weiterlaufen. Alle internen Studios bleiben bestehen und arbeiten weiter an ihren Projekten. Spiele wie Company of Heroes 2 und Metro: Last Light sollen wie geplant erscheinen, lediglich bei Warhammer 40.000: Dark Millennium scheint das Unternehmen laut Stellungnahme gegenüber Kotaku selbst nicht so recht zu wissen, wie es mit dem Spiel weitergeht. Auch Deals mit externen Entwicklern wie etwa Obsidian oder 4A Games werden aufrecht erhalten. Mehr Details zur Zukunft von THQ respektive den Bestandteilen des Unternehmens erfahren wir wohl spätestens Ende Januar.

 

Black Isle startet eigenes Crowdfunding

Im August ließ Interplay die legendären Black Isle Studios wieder auferstehen. Oder zumindest den Namen, denn die wenigsten, derzeit dort angestellten Mitarbeiter haben wirklich etwas mit Erfolgstiteln wie Fallout, Icewind Dale und Planescape: Torment zu tun. Da wird man bei Obsidian Entertainment schon eher fündig.

Zumindest Chris Taylor und Mark O'Green sind wieder mit von der Partie und werkeln derzeit an einem Strategie-Rollenspiel-Mix mit post-apokalyptischem Setting. Das Spiel hört aktuell noch auf den Arbeitstitel Project V13, hat allerdings nichts mit dem einst so betitelten Fallout Online zu tun. Kann es gar nicht, da die Rechte am Franchise mittlerweile vollständig bei Bethesda liegen.

Trotzdem will das Studio nun von Spielern / Fans Geld haben … und im Endeffekt hat der Entwickler als Anreiz dafür nicht mehr als den guten Namen. Sowieso mutet die auf der eigenen Homepage gestartete Crowdfunding-Aktion etwas merkwürdig an. Denn zum einen weiß man nicht so genau, wofür man eigentlich spenden soll, zum anderen gibt’s weder ein vorgegebenes Ziel und das Geld wird auch direkt abgebucht. Also eigentlich eine allgemeine Finanzspritze ohne konkreten Plan ...

 

InnoGames stock Personal um 50 Prozent auf

Zu Weihnachten liegen Entlassungen voll im Trend. Derartige Trends sind nichts erstrebenswertes, dachten sich wohl die Hamburger von InnoGames und kündigten an, ihr Personal um stolze 50 Prozent aufstocken zu wollen. Macht bei derzeit gut 200 Mitarbeitern 100 neue Arbeitsplätze.

Bei InnoGames sind derzeit drei neue Titel für 2013 in Planung. Zudem will sich das Unternehmen, vorranging bekannt für Browser-Spiele, weiter in Richtung Mobile-Gaming bewegen. Dafür will man vor allem auf Cross-Platforming setzen und alle Spiele nach dem in Entwicklung befindlichen PvP-Piratenspiel Kartuga sowohl für den Browser, Smartphones und Tablets anbieten.

 

Ärger um Steam-Launch von The War Z

Hammerpoint Interactive, die Entwickler von The War Z, waren noch nie wirklich Publikumslieblinge. Seit der Ankündigung des Titels hagelte es Vorwürfe, man würde sich dreist bei DayZ und War Inc. bedienen ... und bei der EULA von League of Legends ...

Am 17. Dezember feierte das Spiel schließlich auch seine Veröffentlichung auf Steam, doch die Spieler hatten auf der Party miese Laune. Und das wohl auch aus gutem Grund: Empörung über geschönte oder schlicht gelogene Feature-Beschreibungen, nicht repräsentative Screenshots sowie Entrüstung über die »Finanzpolitik« von Hammerpoint landeten im Minutentakt im Steam-Forum. So hat der Entwickler vor Kurzem etwa die Wartezeit bis zum Wiedereinstieg nach dem virtuellen Ableben von einer auf vier Stunden angehoben. Eine sofortige Wiederbelebung kostet 40 Cent. Problem: The War Z ist kein Free2Play-Titel sondern kostet immerhin 15 Euro auf Steam. Wer seinem Unmut im Steam-Forum (!) freien Lauf ließ, musste damit rechnen, von Hammerpoint-Mitarbeitern mit Moderatoren-Rechten (!!) aus dem Forum gebannt (!!!) zu werden.

Hammerpoints General Manager Sergey Titov bezeichnete in einem Statement die Kritiker als »DayZ-Fanboys« und meinte, dass laut Umfrage 93 Prozent mit dem Spiel zufrieden wären. Valve hingegen argumentierte erwachsener und versprach, die Vorfälle zu untersuchen. Nur wenige Stunden später wurde The War Z wieder aus dem Steam-Store verbannt und erklärt, dass es ein großer Fehler gewesen sei, The War Z ins Angebot mit aufzunehmen. Auf Wunsch wird eine Rückerstattung des Kaufpreises veranlasst.

Erneut meldete sich Titov zu Wort und meinte, dass sie die Angelegenheit sehr ernst nehmen würden und ihr oberstes Ziel es sei, keine verärgerten sondern zufriedene Spieler zu haben.

Hammerpoint ließ diesen Worten Taten folgen: Man änderte über Nacht schnell die EULA und sprach in einem neuen Absatz den Käufern jegliches Recht auf eine Rückerstattung ab. Ganz großes Kino also. So macht man wütende Spieler also zu zufriedenen Kunden, Herr Titov ...

 

GODUS erfolgreich gefundet

in den letzten Tagen musste Peter Molyneux mit seinem Team 22 Cans noch bangen, denn es sah einige Zeit lang gar nicht so gut für die erfolgreiche Schwarmfinanzierung seiner Göttersimulation GODUS aus.

Doch wie es Crowdfunding-Aktion so an sich haben, wanderte auf den letzten Metern noch einmal überdurchschnittlich viel Geld in den Pott. Und auch, dass Markus »Notch« Persson sein Interesse und die Unterstützung für das Projekt ankündigte, hat wohl nicht geschadet. Denn trotz allen Indie-Szene-Charmes sollte man nicht vergessen, dass der Schwede mittlerweile auch Millionär ist.

Kurzum: Molyneux wollte 450.000 Pfund haben und hat mittlerweile knapp 520.000 von über 17.000 Unterstützern erhalten. Dem Release von Godus im Herbst 2013 sollte somit nichts im Weg stehen.

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