Entwickler-Jahresrückblick 2011 – Worauf im nächsten Jahr achten?

Redaktion   //   Januar 3, 2012   //   0 Kommentare

Wir haben uns umgehört und einige Branchenexperten zu ihrem persönlichen Jahr 2011 befragt. Was hat sie überrascht, was geärgert und was steht der Branche wohl 2012 ins Haus? Diese und weitere Fragen klären wir in den nächsten Tagen, schauen Sie also einfach wieder vorbei.

 

 

Gibt es etwas, das Entwickler 2012 unbedingt beachten sollten, um erfolgreich zu sein? Irgendwelche Gefahren?

 

Ralf C. Adam, Head of Game Development bei Travian Games

Die großen Boxed-Publisher sollten sich ein wenig mehr an ihren ungeliebten Brüdern orientieren und sich an den natürlich gewachsenen Browsergames-Unternehmen wie orientieren. Wenn sie das erste Mal Online-F2P-Spiele machen, müssen sie unbedingt ihr »Wir müssen das nur durchprügeln und auf den Markt bringen«-Denken abstellen. Nach dem Release geht der Spaß erst richtig los. Klassische Entwickler denken immer noch in »Spiel fertig, nächstes Spiel«-Zyklen. Hier ist aber das Live-Team der Schlüssel zum Erfolg, denn Browsergames sind »lebende« Produkte, die ständiger Aufmerksamkeit und Fürsorge bedürfen.

 

 

Stefan Marcinek, Global Managing Director von Kalypso

Gerade kleine Entwickler sollten darauf achten, nicht nur unbedingt die Spiele machen zu wollen, die sie selbst toll finden, aber die man schwer vermarkten kann und die von den meisten Publishern abgelehnt werden. Einfach mal links und rechts schauen, was andere machen und warum andere erfolgreich sind und daraus eigene Schlüsse ziehen. Abgedrehte Spielideen sind toll, aber nicht immer ohne weiteres zu vermarkten. Da muss man einfach eine gesunde Mischung finden.

 

 

Jan Theysen, Geschäftsführer von King Art

Die Konsolidierung im Browsergames-Bereich steht bevor. Die großen Publisher werden zunächst ihre internen Teams und langjährigen Partner mit Aufträgen versorgen. Ich würde nicht davon ausgehen, dass man Ende 2012 noch so einfach an Aufträge kommt wie Ende 2011. Man sollte sich Gedanken machen, woher man sein Geld bekommt, wenn die Quellen in der Browsergames-Ecke versiegen.

 

 

Carsten Fichtelmann, Geschäftsführer von Daedalic Entertainment

Man sollte viel mehr seinen eigenen Instinkten trauen als anderen hinterher zu hecheln. Natürlich muss man den Markt und die Veränderungen sehr genau beobachten. Die größte Gefahr besteht für unabhängige Unternehmen darin, kostspielige Fehler zu machen, weil man sich ohne starke Investoren auch keine Fehler leisten kann.

 

 

 Jan Klose, Creative Director bei Deck13

Ich glaube, jeder muss seinen Weg für sich selbst finden, gerade weil es momentan so viele verschiedene Möglichkeiten und Plattformen gibt, um ein Spiel zu entwickeln und zu vertreiben. Vielleicht sollten deutsche Entwickler vermehrt auf ihre innere Stimme hören, auf das, was ihr Studio wirklich ausmacht. Und sie sollten vielleicht über den Tellerrand Deutschlands hinausschauen. Aber viele machen ja bereits beides.

 

 

Teil 7 folgt am 5. Januar

 

 

 

Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Um einen Kommentar hinterlassen zu können, müssen Sie sich zuerst anmelden oder registrieren.

» zur Anmeldung
» zur Registrierung