Entwickler David Cage von Quantic Dream forderte in seinem Vortrag auf der GDC Europe mehr emotionale Tiefe in Games – dies soll durch neue Verfahren zur Gesichtsanimation einfacher werden. Diese Gefühlsbetonung soll vor allem durch lebendigere und glaubwürdigere Charaktere erreicht werden. Emotionen im Gesicht anderen Menschen zu lesen gehört allerdings zu den komplexesten Fähigkeiten, zu denen das menschliche Gehirn in der Lage ist. Selbst ein gutes 3D-Abbild eines Gesichtes wird als unglaubwürdig empfunden, wenn Bewegungsabläufe und Animationen nicht hundertprozentig stimmen.
Quantic Dream besitzt ein eigenes Animationsstudio, in dem an den sogenannten Micro Expressions, den kleinsten Bewegungen der Gesichtsmuskulatur, gearbeitet wird. Mit der bisher üblichen Motion-Capturing-Technologie ist das jedoch aufwändig und teuer: Ein geschulter Animator schafft zwischen 10 und 30 Sekunden Film am Tag.
Das deutsche Animationsstudio Metricminds, das Animationen für Spiele wie „Crysis“ oder „The Witcher“ lieferte, nutzt nun ein neues Verfahren namens Embody von CaptiveMotion, das Gesichtsanimation einfacher und kostengünstiger machen soll: Statt der üblichen ballförmigen Marker werden dem Schauspieler mehr als 1.400 farbige Punkte ins Gesicht geklebt, um auch feinste Gesichtsausdrücke erfassen zu können. Ein Computer braucht bei diesem Vorgehen zur Berechnung neuer Bewegungen deutlich weniger Bones, da unter der virtuellen Haut des Modells simulierte 3D-Objekte arbeiten, die das Gesicht bewegen. Mit dieser Technik kann ein Animator etwa eine Minute Gesichtsbewegungsfilm pro Tag produzieren, also mehr als doppelt so viel wie beim klassischen Motion-Capturing – die Kosten liegen bei unter 2.500 € pro Minute.
Metricminds darf das aus den USA stammende Embody-Verfahren zunächst für zwei Jahre exklusiv in Europa einsetzen und konkurriert nun mit anderen Techniken, die zum Beispiel mit fluoreszierender Farbe auf dem Schauspielergesicht (Moya Technology) oder komplett ohne Marker und Punkte arbeiten (Image Metrics).
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Kommentare
Toll!
Hat jetzt nicht sooo viel mit Computerspiel-Entwicklung zu tun :P
"Die Entwickler"? Das ist ein Film. Und der ist anscheinend von 1995, also hat da auch niemand offiziell geklaut.
Ich finde 30 Millionen deutlich beeindruckender. http://esfiworld.com/sc2/news/mlg-anaheim-breaks-viewership-records
Der Rest der 90 Mitarbeiter wird dann wohl entlassen? Hm... schade. Ich hoffe die finden bald wieder nen Job. Was wird aus dem Standort in Halle an der Saale? Weiß da wer was?
Echt schade das mit Radon Labs zu lesen. Dabei hatte ich mich erst bei der letzten Talentbörse bei ihnen beworben... Hoffentlich folgen nicht noch mehr Entwickler.