Business // Entwicklung // Märkte

Die 10 goldenen Social Game Regeln

Jens Begemann   //   August 6, 2010   //   0 Kommentare

Facebook-Spiele leben von einer bekannten Marke, verbreitens sich vor allem viral und sind auf ewig an Flash gefesselt: wooga-Gründer Jens Begemann trennt Vorurteile von Fakten und erklärt die wichtigsten Erfolgsrezepte.

Mit Social Games kündigt sich ein neues Zeitalter des Computerspielens an. Wenn man bisher beim Wort Computerspiele eher an den typischen Hardcore-Gamer dachte, der allein vor seinem PC oder der Konsole sitzt und sich stundenlang mit hochkomplexen Spielen beschäftigt, muss man nun umdenken: Computerspiele auf Facebook bringen alle Menschen zum Spielen.
Der Erfolg von Social Games ist enorm, die etablierten Spieleentwickler springen der Reihe nach auf diesen Zug auf: Electronic Arts akquirierte beispielsweise im September 2009 den Britischen Social Games Hersteller Playfish für 400 Millionen US-Dollar und konnte durch diesen Zukauf auf einen Schlag den zweiten Platz unter den Top-Entwicklern auf Facebook erreichen.
Aber was genau macht denn nun Social Games aus und ist es wirklich so einfach, sich auf diesem Gebiet zu behaupten? Wir wollen dieses Phänomen ergründen und stellen die 10 goldenen Social Games Regeln auf.

Das Facebook-Spiel Monster World von wooga fällt wie Farmville oder das Gameforge-Projekt Funfari unter die Kategorie »Pflegen & Dekorieren« und liegt damit im Trend der aktuell beliebtesten Social Games.

Vorurteil: Facebook-Spiele sind keine echten Spiele!
»Die Spiele auf Facebook sind doch keine echten Spiele!« mögen eingefleischte Gamer immer wieder behaupten: »Zu einfach, zu anspruchslos in Grafik und Spielprinzip« sind die gängigsten Vorurteile gegenüber Social Games.
Aber warum sollten Spiele auch immer nur den Ansprüchen der sogenannten Hardcore-Gamer gerecht werden -- einer vergleichsweise kleinen Gruppen von Spielern. Sich zu vergnügen und zu spielen ist schließlich ein Grundbedürfnis jedes Menschen -- somit besteht auch ein Bedarf an Computerspielen für unerfahrene Gelegenheitsspieler. Genau diesen Bedarf wollen Social Games decken. Spiele für Zwischendurch, die nicht viel Zeit benötigen und auch nicht die technischen Anforderungen klassischer, anspruchsvoller Spiele haben.
Allein 50% der Europäer nutzen das Internet, Facebook hat weltweit 400 bis 500 Millionen aktive Nutzer, von denen rund 70 Prozent die Applikationen -- meist Spiele -- nutzen. Die Angebote werden also dementsprechend angenommen.
Mittlerweile gibt es damit jeden Monat genauso viele aktive Spieler auf Facebook wie insgesamt verkaufte Konsolen (Playstation 1, 2 und 3, Nintendo Wii, Xbox und Xbox 360 zusammen) -- also etwa 350 Millionen.





Spielprinzipien
Welche Ansprüche haben nun diese eher unerfahrenen Gelegenheitsspieler an Social Games? Bei einem Blick auf die Liste der Top-Spiele auf Facebook stellen sich Appointment-Based-Games wie etwa Farming-Spiele als dominierend heraus. Das beliebteste Spiel mit über 70 Millionen monatlich aktiven Nutzern ist mit großem Abstand »Farmville« aus der Spieleschmiede von Zynga.
Das Prinzip ist einfach: Der Nutzer baut etwas an, wartet eine gewisse Zeit und kommt später wieder, um die Erträge einzusammeln. Der Erlös der Ernte kann dann für den weiteren Ausbau der Farm, Upgrades, besondere Items oder Dekorationen eingesetzt werden.
Dieses leicht verständliche Spielprinzip kommt an, schließlich fordert es wenig Zeit und lässt sich somit gut in den Alltag integrieren. Es stellt keine Ansprüche an den Nutzer, ist aber für den Moment des Spielens kurzweilig.

Starke Marke, erfahrener Spieleentwickler, trotzdem ein Flop: Spore Islands von EA Maxis kommt gerade einmal auf 17.000 monatliche Nutzer.

Ganz wichtig, gerade auch für die nicht zu verachtende Zahl der weiblichen Nutzer, die den größten Teil der Social Gamer darstellen, sind die Individualisierungsmöglichkeiten. Also die Spielelemente, mit denen man seine eine eigene individuelle Welt erschaffen und pflegen kann. In Spielen wie »Petville« (ebenfalls von Zynga) müssen die Spieler etwa ein kleines Fantasiewesen pflegen und ihm ein möglichst schönes Zuhause mit immer neuen Gütern aus der virtuellen Shoppingmall schaffen. Auch woogas drittes Spiel, »Monster World«, greift das »Pflegen & Dekorieren«-Prinzip auf. Im Unterschied zu anderen Farming Games geht es hier aber auch darum, seinen Garten möglichst schön zu gestalten und somit sein gärtnerndes Monster glücklich und arbeitswillig zu machen.
So einfach das Spielprinzip auch ist -- es ist vergleichsweise schwierig, sich auf dem Markt der Social Games zu behaupten. Warum das so ist, soll im Folgenden erklärt werden.

<< erste Seite  nächste Seite >

Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Um einen Kommentar hinterlassen zu können, müssen Sie sich zuerst anmelden oder registrieren.

» zur Anmeldung
» zur Registrierung