Branche // Business // Märkte

Internationales Community Management bei Mail.Ru Games

Szymon Wilkosz   //   April 18, 2012   //   0 Kommentare

 

Szymon Wilkosz beschreibt im Artikel, welche Team- und Kommunikationsstrukturen bei Mail.Ru Games bestehen, um die komplexen Aufgaben eines internationalen Community Managements bewältigen zu können.

 

 

In der heutigen Zeit ist Community Management ein fester Bestandteil der Gaming-Branche. Unmöglich, sich ein Spiel ohne Community vorzustellen, ganz unabhängig davon, ob es sich um eine interne, vom Unternehmen kontrollierte, oder eine externe, von Usern gesteuerte Community handelt. Je nach Territory unterscheiden sich Communitys zusätzlich durch ihre kommunikativen Vorlieben – die einen ziehen Foren als Kanal vor, andere bevorzugen die Betreuung via Facebook.
Was in der heutigen Zeit so selbstverständlich erscheint, stellte sowohl Games-Entwickler als auch Publisher zu Beginn dieses Trends vor große Herausforderungen. Der permanente Internetzugang weiter Bevölkerungsgruppen veränderte die Nutzung der bisherigen Kommunikationskanäle von Grund auf. Nicht nur vergrößerten sich die Nutzerzahlen exponentiell, auch die Art des Umgangs mit der Community entscheidet heute über die öffentliche Wahrnehmung eines Titels. Das Community-Urteil »mieser Support« kann selbst AAA-Titel stigmatisieren.
In diesem Artikel definiere ich zuerst den Begriff »Community« und gehe danach speziell auf Games-Communitys ein. Daran anschließend zeige ich die Entwicklung des Community Managements von einer inhaltlich-administrativen Tätigkeit zum essentiellen Kommunikationskanal zwischen Entwickler, Publisher und Community auf. Zum Abschluss erläutere ich Besonderheiten beim Management internationaler Communitys.

Im komplexen Rollenspiel Drachenkrieg von Mail.Ru Games kümmern sich die Community Manager nicht um die Umsetzung von Ingame-Events, sondern um deren Kommunikation an die Spieler. Sie fungieren somit als Sprachrohr, während das Product Management die spielinterne Organisation übernimmt.

Community
Als Communitys bezeichnet man »soziale Gruppen, die Menschen gründen oder denen sie beitreten, um ein Konsumerlebnis miteinander zu teilen«.
In Zeiten von YouTube und Facebook sind Online-Communitys zu einem unverzichtbaren Teil der Online-Welt geworden. Menschen schließen sich zusammen, diskutieren über bestimmte Themen, bewerten Produkte oder ergattern Deals, die sie dann im realen Leben einsetzen. Communitys steuern unser Verhalten und üben direkten oder auch indirekten Einfluss auf unsere Entscheidungen aus. Wir kaufen Sachen, die fremde Menschen für gut befunden haben. Dabei vertrauen wir viel öfter der Meinung der Mehrheit  als einem Werbeslogan des Herstellers. Oft nehmen wir dieses Verhalten nicht einmal bewusst wahr und fühlen uns nicht als Teil einer Menge.  Oder haben Sie sich bei der Nutzung von Ebay oder Amazon als Teil einer Community gesehen?
Bei Games verhält es sich sehr ähnlich. Gleichgesinnte treffen sich online oder offline, um ein gemeinsames Spielerlebnis zu teilen. Dabei können sie einen passiven Part in der Community einnehmen, indem sie einfach nur als Spieler, aber nicht als Kommentatoren auftreten, oder einen aktiven, indem sie rege am Community-Leben teilnehmen und Beiträge, Verbesserungswünsche und Kritiken posten.
Für Unternehmen gewinnen Communitys immer mehr an Bedeutung. Firmen möchten Einfluss auf ihre Nutzer nehmen oder zumindest ihr Verhalten im Auge behalten. Dabei stehen Community Manager oft vor der Herausforderung, nicht nur eine Vielzahl von Usern zu betreuen, sondern gleichzeitig gezielt auf verschiedenen Kommunikationskanälen in diversen Sprachen zu agieren. Kein Vergleich zum »alten« Berufsbild.

<< erste Seite  nächste Seite >

Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Um einen Kommentar hinterlassen zu können, müssen Sie sich zuerst anmelden oder registrieren.

» zur Anmeldung
» zur Registrierung