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Tagesrückblick: Pädagogen gegen MMOs, neue Games-Hochschulen und UK-Entwickler wollen gefördert werden

Redaktion   //   Oktober 28, 2009   //   0 Kommentare

Bayerischer Lehrerverband kämpft gegen MMOs

Der bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) mobilisiert sich gegen Online-Spiele: Neben Seminaren zum Thema bieten sie auch eine Broschüre an, die Eltern bei der Kontrolle ihrer Kinder helfen soll.

Das vierstündige Seminar für schlappe 300 Euro führt verschiedene Onlinespiele vor, der Schwerpunkt liegt dabei auf „World of Warcraft“. Der Dozent Claudio von Wiese ist selbst Sozialpädagoge und nach eigener Aussage ehemaliger Computer-Süchtiger. Eltern und Lehrer sollen hier über das Suchtpotenzial von Computerspielen informieren.

Die Broschüre der Lehrer klärt ebenfalls über die Suchtgefahr der Games auf: in Deutschland seien 2,7% der 15-Jährigen computersüchtig, weitere 3% sind gefährdet. Beraten wird der BLLV übrigens vom Kriminologen Christian Pfeiffer, dessen Schwester mit Anti-„World of Warcraft“-Vorträgen durch die Provinz tingelt und der selbst schon mehrfach durch Panikmache in Sachen Killerspielen auf sich aufmerksam machte. 

Quelle: Golem

Dubai gründet Games-Hochschule, ComputerSpielSchule Leipzig feiert 1. Geburtstag

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen die regionale Spielebranche fördern: Im Emirat Dubai soll eine Hochschule speziell für Games gegründet werden. Die Studenten können sich dort auf die Bereiche Animation und Entwicklung spezialisieren. 

Die Hochschulgründung folgt der Strategie der Arabischen Emirate, sich zunehmend von Ölexporten unabhängig zu machen. Neben dem Tourismus und der Luftfahrt soll zu diesem Zweck auch die Entertainment- und Medienindustrie weiter ausgebaut werden. Games scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen: Erst diesen Sommer wurde in der Hauptstadt Abu Dhabi ein Joint-Venture mit dem US-Entwickler Gazillion auf den Weg gebracht. 

Eine direkte finanzielle Förderung für die arabische Spielebranche soll es aber nicht geben. Vielmehr soll vorerst nur die nötige Infrastruktur geschaffen werden, um die Entwicklung der kreativen Industrien zu fördern. Steuererleichterungen kommen in Dubai aber sowieso nicht in Frage – Unternehmen zahlen dort nämlich gar keine Steuern.

In deutschen Landen feiert derweil die bundesweit erste Computerspielschule in Leipzig Geburtstag: Seit nunmehr einem Jahr vermittelt sie Eltern, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz in Sachen Computerspielen. Zum ersten Geburtstag bietet die Schule ein Familienprogramm mit „DJ Hero“-Contest, „Wii Sports Resort“ und „FIFA 10“ an. Das Programm der Feier gibt es hier.

Quellen: Gamesdienst, GamesMarkt

Britische Spielebranche ruft nach Förderung

Der britische Entwicklerverband The Independent Games Developers Trade Association (Tiga) warnt weiter: Ohne staatliche Förderung werde die britische Spieleindustrie bis 2014 um jährlich 5% schrumpfen. Die Zahl der Mitarbeiter in britischen Studios soll ohne staatliche Hilfe von derzeit knapp über 9.000 auf etwas mehr als 7.300 sinken. Ganz anders sieht Tiga allerdings die Zukunft, wenn ein Fördermodell ähnlich wie in Kanada eingeführt würde: hier wird ein jährliches Wachstum von 4% erwartet.

Erste Unterstützung aus dem politischen Lager fand sich auf dem London Games Festival: Ed Vaizey, von den Tories bei einem Regierungswechsel für das Kultusministerium vorgesehen, sicherte den Spieleentwicklern die Unterstützung seiner Partei zu. Sollten die Konservativen also bei den anstehenden Unterhauswahlen gewinnen, scheinen der britischen Gamesbranche rosige Zeiten bevorzustehen – insofern es sich bei Vaizeys Äußerungen nicht nur um heiße Luft handelt.

Quelle: GamesMarkt 1, GamesMarkt 2

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