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14. Januar 2013: Electronic Arts wegen Tattoo in 8 Jahre altem Sportspiel verklagt; Gabe Newell sieht die Relevanz traditioneller Publisher wegen Crowdfunding stark sinken; »Spielebranche schadet laut Dyson Ingenieurswesen und Wissenschaftsbereich im UK«

Sebastian Klix   //   Januar 14, 2013   //   0 Kommentare

Mitte Dezember stellte Entwickler Funcom sein MMO The Secret World in einen »Buy 2 Play«-Betrieb um. Abogebühren sind also nicht mehr zwingend zu zahlen, aber kaufen muss man das Spiel nach wie vor. Also ähnlich wie bei Guild Wars 2. Seit dieser Umstellung, also innerhalb eines Monats, griffen stolze 70.000 Käufer zu The Secret World, was gleichzeitig mit einem Anstieg von 400 Prozent aktiver Spieler einhergeht. Klingt gut, wie lange der neue Erfolg anhält ist aber natürlich nach der kurzen Zeit nicht abzusehen. Vorsorglich (?) entlässt Funcom trotzdem weitere Mitarbeiter und arbeitet weiterhin an einem Umstrukturierungsplan.

Wie viele Angestellte ihren Platz räumen müssen und welchen Kurs Funcom in 2013 genau einschlagen will, ist allerdings noch unklar. Vermutlich wird die ein oder andere Niederlassung, neben Hauptsitz Oslo, etwa in den USA, Kanada, der Schweiz und China, den Plänen zum Opfer fallen.

Fest steht nur, dass man sich «mit mehr Zielstrebigkeit darum bemühen will, hochklassige MMOs zu produzieren, und dabei darauf zu achten, eine überlebensfähige, gesunde Firma zu führen«. Ende Februar wissen wir wahrscheinlich mehr. Dann wird der nächste Quartalsbericht veröffentlicht.

 

Electronic Arts wegen Tattoo in 8 Jahre altem Sportspiel verklagt

Nein, das ist keine versehentliche Doppel-News. Denn vor Kurzem verklagte bereits ein anderer Tattoo-Künstler Publisher THQ wegen einer, seiner Ansicht nach Urheberrechte verletzenden Verwendung einer seiner Werke im Spiel UFC Undisputed 3.

Dieses Mal geht aber um Electronic Arts und NFL Street. Noch nie was von NFL Street gehört? Kann vorkommen, schließlich ist das Spiel mittlerweile auch stolze 8 Jahre alt. Es würde uns also nicht wundern, wenn sich Tätowierer Stephen Allen von dem THQ-Fall hat »inspirieren« lassen. Aufgefallen ist ihm seine Arbeit auf dem Oberarm von NFL-Spieler Ricky Williams, der auch auf dem Cover des Spiels posiert, aber nach eigener Aussage schon (oder »erst«, je nach Sichtweise) 2010.

Wie viel Allen als Entschädigung haben will, ist nicht bekannt. Uns als Laien, wenn es um US-Recht geht, zudem auch nicht, ob die Sache nicht vielleicht einfach schon verjährt ist ...

Quelle: Polygon

 

Gabe Newell sieht die Relevanz traditioneller Publisher wegen Crowdfunding stark sinken

Neu ist Crowdfunding nicht, auch nicht für Spiele. Wirklich »boomen« und Millionen von Dollar einfahren tut's aber erst so richtig seit März 2012 dank der Double Fine-Aktion. Entsprechend wenige Resultate wurden bisher allerdings veröffentlicht, etwa Giana Sisters: Twisted Dreams oder FTL.

Trotzdem sehen einige Leute in der Branche schon jetzt in der Schwarmfinanzierung »die« größte Revolution der letzten Jahre. Dazu gehört auch Valves Gabe Newell, der sich sicher ist, dass der Erfolg von Kickstarter und Co. nachhaltig stark an der Relevanz traditioneller Publisher kratzen wird, was ja nüchtern betrachtet auch nicht total abwegig ist.

Allerdings denkt Newell auch, dass die Veränderung durch Crowdfunding so schnell und so gewaltig sein wird, dass viele größere Publisher den Anschluss verpassen und den »Übergang in die neue Welt« nicht vollziehen können.

»Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Communities entscheiden können, was passiert. Und eine davon ist herauszufinden, wie die Community selbst die Finanzierung von Projekten stemmen kann. Ich denke, dass das passieren wird, und zwar auch unabhängig von Kickstarter.«

»Je früher sie ein Projekt unterstützen, desto besser wird das Endresultat. Der Unterhaltungsfaktor steigt, die Entwickler werden besser und ich denke, dass der Anteil an Kontrolle und Finanzen, der in Sachen wie Marketing und Distribution gesteckt wird, abnimmt -- und das ist meiner Meinung nach eine gute Sache.«

Quelle: The Nerdist

 

»Spielebranche schadet Ingenieurswesen und Wissenschaftsbereich im UK«

Sir James Dyson ist nicht der Vater von Skynet (das war Miles Dyson), sondern gründete einst ein anderes Technologie-Unternehmen im Vereinigten Königreich, welches wir hierzulande vor allem für seine Staubsauger schätzen.

Dyson hat nichts mit der Spielebranche zu tun, ist aber trotzdem alles andere als begeistert von ihr. Denn der »Glanz« diverser Web-»Modeerscheinungen« und Videospielen würde Uni-Absolventen mehr anziehen, als das Ingenieurswesen und die Entwicklung greifbarer Technologien, die das UK exportieren könnte. Auch die Regierung würde nicht genug unternehmen, um Jobs in Technik und Wissenschaft attraktiver zu gestalten. So könne das Land seiner Meinung nach nicht länger international konkurrenzfähig bleiben.

»26 Prozent aller [geeigneten] Absolventen treten keinen Beruf im Ingenieurswesen oder im Technikbereich an. Noch viel beunruhigender ist, dass 85 Prozent aller Postgraduierten aus den Bereichen Technik und Wissenschaft an unseren Universitäten nicht aus dem Vereinigten Königreich kommen.«, so Dyson im Interview mit dem Sender Radio Times. Die Spielebranche wäre für viele einfach verführerischer.

Er schätzt den Defizit an entsprechenden Absolventen für 2013 auf 60.000.

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