17. Oktober 2012: Ubisoft verklagt die Black Eyed Peas; Turbine Entertainment wird wegen Patentverletzung verklagt … und Zynga verklagt seinen ehemaligen General Manager; IGN wird nicht verklagt sondern kommt unter den Hammer

Sebastian Klix   //   Oktober 17, 2012   //   0 Kommentare

Sich gegenseitig zu verklagen ist ja fast schon ein regelrechter Industrie-Sport in der Spielebranche. Heute wurden gleich drei Duelle angekündigt: Ubisoft tritt gegen die Band Black Eyed Peas an um Zwistigkeiten wegen des iOS-Spiels The Black Eyed Peas Experience aus dem Weg zu räumen.

Als nächstes kommen die MMO-Entwickler von Turbine Entertainment und das Patente sammelnde Internet-Unternehmen Treehouse in den Ring. Der Grund ist hier ein schwamming formuliertes Verfahren, auf welches Treehouse Anspruch erhebt.

Das Finale schließlich tragen das Social-Games-Unternehmen Zynga und dessen ehemaliger General Manager aus. Heikel: Hier steht der Vorwurf des Diebstahls von Firmengeheimnissen im Raum.

In der Halbzeit findet schließlich eine Versteigerung statt: Nachdem über ein Jahr lang Käufer gesucht wurden, soll das Entertainment-Portal IGN jetzt an den Meistbietenden gehen.

Ubisoft verklagt die Black Eyed Peas

1 Million Dollar will Ubisoft von der bekannten Hip-Hop-Band The Black Eyed Peas haben. Der Grund dafür liegt im iOS-Spiel The Black Eyed Peas Experience, einem Port des gleichnamigen Wii-Titels.

Der war wohl zwischen Ubisoft und BEP Music LLC vertraglich vereinbar worden, viel passiert ist wohl, trotz mehrmaliger Aufforderung der Franzosen, bis heute aber nicht.

Somit fordert Ubisoft nun die genannte Summe von 1 Million Dollar als Schadensersatz. Die Summe soll sich dabei sowohl aus den bisher investierten 233.000 US-Dollar für die Entwicklung, als auch durch die Lappen gegangenen Profit zusammensetzen.

Quelle: courthousenews.com

 

Turbine Entertainment wegen Patentverletzung verklagt

»Ein Verfahren, als auch eine Mechanik zur Repräsentation von Daten über ein Netzwerk, basierend auf Entscheidungen der Netzwerk-User und das Sammeln von Daten in Echtzeit im Zusammenhang mit eben diesen Entscheidungen.«

Darauf hat das Kanadische Internet-Unternehmen Treehouse Avatar Technologies ein Patent. Und deswegen soll Turbine Entertainment, bekannt für MMOs wie Der Herr der Ringe Online und Dungeons & Dragons Online, jetzt zur Kasse gebeten werden. Denn in beiden Spielen wird in Echtzeit gezählt, wie oft ein bestimmtes Attribut von den Spielern ausgewählt wird.

Allerdings besitzt Treehouse dieses Patent erst seit Mitte 2012. Dungeons & Dragons Online nutzt dieses Verfahren aber bereits seit seinem Release im Jahre 2006. Das Verfahren könnte somit also bereits seit 6 Jahren vor der Patentierung öffentlich zugänglich gewesen sein – in den USA ein Ausschlusskriterium für eine Patentierung.

Quelle: scribd.com via Joystiq

 

Zynga verklagt ehemaligen General Manager

Erst verklagt Electronic Arts Zynga, dann Zynga Electronic Arts und nun Zynga mehr oder weniger sich selbst. Irgendwie. Zumindest seinen ehemaligen General Manager für CityVille, Alan Patmore. Denn der soll, als er seinen Arbeitsplatz räumte, auch insgesamt über 700 vertrauliche Daten mitgehen lassen haben.

Dabei soll es sich vor allem um Monetarisierungs-Strategien handeln, aber auch E-Mail-Verkehr sowie Informationen, die »es der Konkurrenz erlauben, ein besseres Verständnis für zentrale Spiel-Mechaniken zu erlangen und so stärker mit Zynga konkurrieren zu können«. Jedenfalls lauter Dinge, die klar unter »Firmengeheimnisse« zu verbuchen sind.

Diese Daten soll Patmore nun sogar bei seinem neuen Brötchengeber Kixeye Games für seine Arbeit nutzen. Kixeye beteuert natürlich, dass an der ganzen Sache nichts dran ist. Trotzdem soll Zynga bereits vorsorglich eine einstweilige Verfügung erwirkt haben, die eine Veröffentlichung der Dokumente untersagt.

Quelle: Gamasutra

 

IGN soll versteigert werden

Über ein Jahr suchte News Corp einem Käufer für IGN. Der angestrebte Verkaufspreis lag bei etwa 100 Millionen Dollar. Anscheinend wurde keiner gefunden, weshalb man nun beschlossen hat, das Entertainment-Portal an den Meistbietenden zu versteigern. Das berichtet jedenfalls das Wall Street Journal (ebenfalls News Corp).

Damals legte News Corp für das IGN-Netzwerk (neben IGN.com etwa auch GameSpy, FilePlanet, TeamXbox, etc.) satte 650 Millionen Dollar auf den Tisch, will sich nun aber augenscheinlich aus dem Spielebereich, zumindest was das Nachrichtengeschäft angeht, zurückziehen. Allerdings investierte das Unternehmen bereits auch in der jüngeren Vergangenheit in den Social-Games-Bereich.

Quelle: Wall Street Journal

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