Wir haben uns umgehört und einige Branchenexperten zu ihrem persönlichen Jahr 2011 befragt. Was hat sie überrascht, was geärgert und was steht der Branche wohl 2012 ins Haus? Diese und weitere Fragen klären wir in den nächsten Tagen, schauen Sie also einfach wieder vorbei.
Wie ist für dich und/oder deine Firma das Jahr 2011 verlaufen?
Was war gut, was eher schlecht?
Jan Theysen, Geschäftsführer von King Art
2011 war ein turbulentes Jahr für KING Art. Nach zwei Jahren Stress mit dem HMH-Insolvenzverwalter konnten wir endlich die Rechte an unserem »The Book of Unwritten Tales« zurückkaufen und das Spiel international veröffentlichen. Parallel haben wir »Die Vieh Chroniken« fertiggestellt, »MyFreeZoo« und ein unangekündigtes Projekt für Upjers umgesetzt und sind auch noch in ein größeres Büro gezogen. Ein riesiger Haufen Arbeit und 2012 geht es gleich weiter.
Ralf C. Adam, Head of Game Development bei Travian Games
Das Jahr 2011 war für mich und Travian Games ein sehr erfolgreiches Jahr. Im Juli 2011 wechselte ich als 200. Mitarbeiter nach München – eine ausgesprochen gute Entscheidung im Rückblick. Ich fühle mich pudelwohl, habe ein tolles Team und die besten Kollegen, die man sich wünschen kann. Als neuer Head of Game Development habe ich viel erleben dürfen. Die magische Grenze von 200 Mitarbeitern wurde überschritten, wir haben unsere Bürofläche enorm auf insgesamt 4.440 Quadratmeter erweitert und schließlich sind wir mit einer runderneuerten CI durchgestartet. Natürlich haben wir auch im Spielebereich viel auf den Weg gebracht. Erfolgreiche Akquisitionen und Spielestarts und als Krönung den Gewinn des Entwicklerpreises als bester deutscher Publisher.
Stefan Marcinek, Global Managing Director von Kalypso
Insgesamt können wir uns über 2011 nicht beschweren. Ganz im Gegenteil. Mit Dungeons hatten wir einen Nummer-Eins-Hit aus unserem Münchner Studio sowie weitere Top-Five-Verkaufserfolge wie Tropico 4 oder Airline Tycoon 2. Ein Highlight war aber auch im Verlauf des Jahres zu sehen, wie sich »Das Schwarze Auge – Demonicon« in unserem Berliner Studio entwickelt. Aber natürlich gab es auch Titel, die nicht so gelaufen sind wie erwartet – The First Templar wäre hier solch ein Produkt. Da haben wir schon mehr erwartet.
Carsten Fichtelmann, Geschäftsführer von Daedalic Entertainment
Wir haben mit Harveys Neue Augen neben vielen anderen Projekten ein herausragendes Spiel released, das eine unsere Kernmarken (Edna Bricht Aus) ausgebaut hat. Der Spielemarkt ist in allen Bereichen sehr schwer und umkämpft. Wir setzen weiterhin auf hohe Qualität, was nicht immer dem Ziel einer wirtschaftlichen Maximierung folgt. Weil mit Deponia und Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten weitere Projekte ganz kurz vor dem Release stehen, haben uns gerade diese beiden Spiele 2011 sehr beschäftigt.
Jan Klose, Creative Director von Deck13
Sehr gut war, dass wir eine Menge sehr talentierter neuer Mitarbeiter sowie spannende neue Projekte an Land ziehen konnten. Eher schlecht gefällt mir die Scheu einiger Publisher, sich wirklich etwas zu trauen, sowie die noch immer sehr schüchterne Förderung der Spielebranche seitens der Politik, während andere Länder davongaloppieren.
Kommentare
Toll!
Hat jetzt nicht sooo viel mit Computerspiel-Entwicklung zu tun :P
"Die Entwickler"? Das ist ein Film. Und der ist anscheinend von 1995, also hat da auch niemand offiziell geklaut.
Ich finde 30 Millionen deutlich beeindruckender. http://esfiworld.com/sc2/news/mlg-anaheim-breaks-viewership-records
Der Rest der 90 Mitarbeiter wird dann wohl entlassen? Hm... schade. Ich hoffe die finden bald wieder nen Job. Was wird aus dem Standort in Halle an der Saale? Weiß da wer was?
Echt schade das mit Radon Labs zu lesen. Dabei hatte ich mich erst bei der letzten Talentbörse bei ihnen beworben... Hoffentlich folgen nicht noch mehr Entwickler.