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User-Bindung

Manja Engelbrecht   //   November 23, 2010   //   0 Kommentare


Der richtige Umgang mit der eigenen Community gehört zum Pflichtprogramm eines erfolgreichen Browsergame-Entwicklers. Manja Engelbrecht beschreibt, wie der OnlineFussballManager seine Fans seit mittlerweile sieben Jahren bei der Stange hält.

 

Welche Zutaten braucht man, um ein gutes Browsergame auf den Markt zu bringen? Diese Frage ist nicht neu und hat sicherlich so manche graue Entwicklerzelle gefordert. Auch der OnlineFussballManager (OFM) hat diese Phase durchlaufen. Vor mittlerweile sieben Jahren wurde aus der Leidenschaft zu einem Sport eine Leidenschaft zum Spiel. Zeitgleich mit dem OFM wurde, wie auch von anderen Games gewohnt, ein Forum für den Austausch zwischen den Usern eröffnet. Doch eines unterschied den OFM zumindest damals von vielen anderen Spielen der Branche. Von Beginn an begleitete eine zentrale Frage das Projekt: Welche Zutaten braucht man, um ein Browserspiel langfristig am Markt zu halten?

Erfolg, aber wie?
Das Zauberwort kennen die meisten, und dennoch kommt es viel zu oft zu kurz -- Community! Aber was unterscheidet uns in diesem Punkt von anderen Browsergames? Wie ist bei der OFM-Fanbase auch nach sieben Jahren noch kein Rückgang der Userzahlen zu verzeichnen? Wie ist in diesem heiß umkämpften Markt noch Wachstum möglich?
Wir wollen, dass der OnlineFussballManager sein »Ohr stets am User« hat. Vielleicht spielt auch die spezielle Kommunikationsstruktur eine Rolle, die gemeinsam mit dem Spiel und den Usern gewachsen ist. Ein klarer Vorteil war für uns natürlich der Zeitpunkt des Markteintritts sowie die Möglichkeit, stetig wachsen zu können und nicht sofort hunderttausende User verwalten zu müssen. Unser Projekt hatte die Chance, sich langsam eine stabile User-Basis aufzubauen.

Im OnlineFussballManager können die Spieler auch Turniere nach ihren eigenen Vorstellungen erstellen – ein wichtiger Faktor, um die Langzeitmotivation zu gewährleisten.

Aller Anfang ist Forum
Am Anfang stand das allseits bekannte Forum. Das ist nichts Neues. Meist wird es von engagierten Usern ehrenamtlich gepflegt und geführt, natürlich mit Draht zur Geschäftsführung. Bei neuen Browsergame-Projekten wird das heutzutage mal eben aus dem Boden gestampft. Dazu kommt ein hauseigener oder durch Dienstleister eingesetzter Community Manager. Und fertig ist die zumeist einzige Kommunikationsplattform, auf der die Spieler ihren Mitteilungsdrang befriedigen können. Es bringt dem Entwickler Feedback zum Spiel, im besten Fall finden sich gute und brauchbare Verbesserungsvorschläge. Das Forum ist auch für Bug-Meldungen und generell den technischen Support nützlich. Die User tauschen sich über das Spiel und ihre Erfahrungen aus, finden Gleichgesinnte und Spielpartner.
Dem OFM war diese Kommunikationsplattform irgendwann nicht mehr ausreichend. Wir haben gemerkt, dass sich tatsächlich nur sehr wenige User im Forum aufhielten, an der Gesamtspielerzahl gemessen etwa 10 bis 20 Prozent. Wobei »sich dort aufhalten« noch lange nicht »Beiträge schreiben« bedeutet. Es engagiert sich tatsächlich nur etwa ein Prozent aller spielenden Manager des OFM aktiv im Forum. Wie repräsentativ ist also so eine Plattform? Sicherlich handelt es sich bei diesem ein Prozent um den aktiven Community-Kern, der mit Leib und Seele das Spiel verfolgt und zusätzlich Zeit und Worte in die aktive Mitarbeit investiert. Wir stellten uns nach dieser Erkenntnis die Frage: Wieso beteiligen sich so wenige im Forum, obwohl sie doch angemeldet sind? Die Lösung ist recht simpel. Der Mensch ist im Allgemeinen sehr bequem. Er möchte am liebsten spontan und mit nur einem Klick seine Meinung kundtun.

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