Entwicklung

Projektmanagement mit Scrum

Christopher Schmitz   //   April 12, 2007   //   0 Kommentare

Gelernte Strukturen über Bord werfen? Für viele Teams ein schwieriger Schritt, doch bei konsequenter Umsetzung bietet Scrum echte Chancen für gewaltige Verbesserungen von Entwicklungsprozess und -ergebnis.

Christopher Schmitz (Ubisoft) erklärt Ihnen, wie Sie die Software gewinnbringend einsetzen und so kommunikativ zum Erfolg kommen.

Scrum ist eine der wichtigsten Methoden der agilen Softwareentwicklung. Projektteams, die den Scrum-Prozess bei sich einführen,um ihre Entwicklungsprozesse zu steuern, werden den Fun-Faktor und die Qualität ihres Produktes sehr früh erkennen. Weiter erlaubt es Scrum, viel flexibler auf Änderungen zu reagieren, die durch Marktbewegungen, den Auftraggeber oder aufgrund von neuen technischen bzw. designtechnischen Herausforderungen notwendig werden. Teamseitig wird der Scrum-Prozess eine bessere Arbeitsatmosphäre erzeugen, weil der Crew viel mehr Verantwortung übergeben wird, die Mitglieder so ein ausgeprägtes Gefühl von Produkt-»Ownership« entwickeln und sich dadurch stärker für die Zielerreichung einsetzen werden.

In diesem Artikel werden folgende Themen behandelt:

  • Was ist Scrum und was bedeutet agil?
  • Warum sollte man Scrum benutzen?
  • Das Agile Manifesto
  • Methoden der empirischen Prozessund Projektkontrolle
  • Der Scrum-Prozess im Detail

 



Ein Tool?


In Bezug auf Scrum wird immer wieder diese Frage gestellt: »Scrum, ist das so etwas wie MS Project?« Um dies am Anfang klarzustellen: Scrum ist ein Management-Prozess und kein Softwaretool. Sicherlich gibt es diverse Tools, um den Scrum-Prozess abzubilden und zu unterstützen. Diese sind zwar nützlich, aber man kann auch einfach mit Excel arbeiten. Scrum ist also kein Werkzeug, sondern eine Herangehensweise, auf deren Basis das Projektteam die tägliche Arbeit organsiert.  


Der Entwickler des Scrum-Prozesses

Im Folgenden wird der Scrum-Prozess so dargestellt, wie ihn Ken Schwaber, einer der Entwickler von Scrum, ursprünglich definiert hat. Ken Schwaber betont stets, dass eine Anpassung seines Prozesses möglich und in bestimmten Situationen auch wünschenswert sei. Daher arbeiten viele Teams mit mehr oder weniger stark modifizierten Implementierungen von Scrum. Wichtig dabei ist, die Grundprinzipien stets einzuhalten und sich von der ursprünglichen Idee von Scrum nicht zu weit zu entfernen.

Warum Scrum?


Die grundlegende Frage ist: Warum sollte man sich einen Management-Prozess wie Scrum überhaupt ansehen oder ihn gar ausprobieren? Viele Teams arbeiten heutzutage immer noch im »Freestyle «, und das Resultat ist – in Bezug auf Zeit, Budget und Qualität – oft eher Glückssache oder von wenigen wichtigen Teammitgliedern abhängig. Scrum dagegen ist ein klar geregelter und strikter Prozess, der dem Team viel Verantwortung übergibt und dabei allen Beteiligten Disziplin und vor allem Eigen initiative abverlangt.

Grundlegende Vorteile von Scrum sind:

  • Die ersten spielbaren Produktversionen sind schnell verfügbar.
  • Die Qualität des Produktes kann deshalb in der Entwicklung besser überwacht und gesteuert werden.
  • Außerdem können so Designideen sehr früh auf ihren Spaßfaktor hin überprüft werden.
  • Durch den iterativen Charakter und das Prinzip des wachsenden »Vertical Slice« (also komplett fertige und getestete Teile eines Spiels wie zum Beispiel einen Level) gibt es viel weniger Bugs; die Masterphase am Ende des Entwicklungszyklus’ wird deshalb deutlich entspannter.
  • Ebenso können Reaktionen auf Änderungen im Markt sehr schnell erfolgen und dadurch neue Trends jederzeit abgefangen werden. Auch das Focus- bzw. Markt-Testing kann erheblich früher beginnen, eine bessere finale Produktqualität ist die Folge.
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